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Tiertransporte

© VIER PFOTEN

In der EU werden jährlich über 360 Millionen Tiere transportiert. Lebendtiertransporte erstrecken sich oft über mehrere Tage und führen quer durch Europa. So werden z. B. Schafe aus Großbritannien über die Niederlande, Frankreich und Italien nach Griechenland transportiert. Eine Fahrzeit über 60 Stunden ist keine Seltenheit.

Die industrielle Massentierhaltung ist so spezialisiert, dass die Rinder, Schweine und Hühner mehrfach zwischen verschiedenen Ländern hin und her befördert werden. So werden zum Beispiel Schweine, die in Holland geboren wurden, zur Mast nach Dänemark verfrachtet und von dort zur Schlachtung nach Italien transportiert. Junges Geflügel und Ferkel werden von den Züchtern in die Mastbetriebe, Hennen von den Aufzucht-Betrieben in die Legebatterien und Kälber in Mastanlagen transportiert. Der Geburtsort, der Ort der Mast und das Schlachthaus liegen oft Tausende von Kilometern voneinander entfernt. Aufgrund der zunehmenden Spezialisierung von landwirtschaftlichen Betrieben und dem Wegfall kleiner, regionaler Schlachthöfe werden die Transportwege immer länger.

Die Tiere werden während der oft tagelangen Fahrten weder getränkt noch gefüttert. Obwohl nach dem Transportrecht alle 14 Stunden Futter und Wasser gegeben werden muss, werden die vorgeschriebenen Pausen zur Versorgung der Tiere aus Zeitmangel, Geldgier oder wegen fehlender Versorgungsstationen nicht eingehalten. Um möglichst viele Tiere auf einmal transportieren zu können, werden sie in bis zu dreistöckige Transporter gepfercht. Die Raumhöhe ist dann so gering, dass die Tiere nicht einmal ihren Kopf heben können und so für mehrere Tage in ein und derselben Position ausharren müssen. Gebrochene Beine, offene Wunden und sogar tote Tiere sind fester Bestandteil dieser Praxis.

Die Hauptursachen für den Export lebender Tiere

Mit dem Export lebender Tiere wird mehr Geld verdient als mit dem Transport von Fleisch, da der Staat dafür finanzielle Hilfe bereitstellt.

Lebendtransporte sind kostengünstiger als die Lieferung von Fleisch auf Kühlschiffen und Kühltransportern.
In vielen Zielländern kann das Fleisch nicht dauerhaft gekühlt werden.

Im Libanon und in Ägypten, den beiden Abnehmerländern, wird aus religiösen Gründen vorrangig „koscheres“ Fleisch verzehrt. Das bedeutet, dass die Tiere während des so genannten „Schächtens“ unbetäubt ausbluten sollen.

Dadurch dass die Schlachtung und Weiterverarbeitung in den Abnehmerländern stattfindet, werden dort Arbeitsplätze geschaffen und es wird dort Geld verdient.

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Seuchenverbreitung

Experten stellten fest, dass sich Seuchen wie etwa die Maul- und Klauenseuche (MKS) vermehrt entlang von Tiertransportrouten ausbreiten. Ein Beispiel von vielen: Ferkel werden in Belgien geboren und in Italien gemästet, österreichische Rinder kommen nach Bulgarien zur Mast, holländische Schweine werden nach Italien, holländische Rinder nach Griechenland zum Schlachten transportiert. Vor allem MKS und Schweinepest werden so verbreitet. Tiertransporte stellen daher auch ein Gesundheitsrisiko für die Tiere in der Umgebung entlang der Transportrouten und in der Folge auch für den Menschen dar.

                           

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